Referenz des Alters- und Pflegeheims Johanniter, Basel

johanniter2Referenzschreiben des Alters- und Pflegeheims Johanniter Basel an Claudia Gohrbandt, Dozentin und Beraterin Palliative Care für die Schulung mit dem inzwischen erreichten Ziel einer Zertifizierung gemäss Palliative.ch

Referenzschreiben:

Danksagung von Urs Baudendistel (Heimleiter) und Iris Bütler (Leitung Pflege und Betreuung)

Wodurch zeichnet sich Palliative Care aus?

1. Die Implementierung von Palliative Care setzt von den betreuenden Personen eine „spezielle Grundhaltung“ voraus. Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der Endlichkeit, mit der eigenen Endlichkeit ist von zentraler Bedeutung. Beide Punkte bilden das Fundament für die Einführung eines palliativen Konzepts.

Was bedeutet die spezielle Grundhaltung für die Institution Johanniter?

Autonomie wahren heisst die Fähigkeit einer Person, ihren Willen auszudrücken und in Übereinstimmung mit ihren Werten und Überzeugung zu leben.
– Würde erhalten heisst, diese bedingungslos zu respektieren – unabhängig von der Bewusstseinslage.
– Empathie, eine wertschätzende und respektvolle Haltung, sind Grundlagen einer christlichen Stiftung (siehe Leitbild des Johanniter).

2. Palliative Care berücksichtigt das „ganzheitliche Menschenbild“ in allen vier Lebensbereichsdimensionen (körperlich, seelisch / psychisch, sozial / kulturell, spirituell).

3. Aus dieser Sichtweise ergibt sich die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachbereichen / Fachexperten. Sie begegnen sich auf Augenhöhe. Mit dem Ziel der betroffenen Person und deren An- und Zugehörigen ein bestmögliches und vor allem höchstindividuelles Betreuungsangebot zur Verfügung zu stellen.

4. Die An- und Zugehörigen sind auf eine enge Begleitung / Information angewiesen. Sie setzen sich bereits vor dem Tod ihrer geliebten Person mit zahlreichen Verlusten auseinander. Alle Bemühungen unterstützen die Hinterbliebenen in der „gesunden Trauer.“ Wir sehen die An- und Zugehörigen als „Experten“ der Lebensbiografie. Wir beziehen vorliegendes Wissen / Erfahrungen bewusst ein.

5. Symptomlinderung im Sinne von „best supportive Care“, von bestmöglicher Kontrolle körperlicher, psychischer, sozio-kultureller und spiritueller Leiden. Belastende Symptome sind jederzeit (über 24 Stunden an 7 Tagen die Woche) zu minimieren, bestenfalls aufzulösen. Es gilt Reservemedikamente vorausschauend und frühzeitig verordnen zu lassen.

Beachtlicher Mehrwert für die Mitarbeitenden

Die Haltung kann nur mit Verständnis und erweitertem Wissen verändert oder erreicht werden. Wichtig ist die Education (Schulung) aller Mitarbeitenden. Die interne Weiterbildung fand über alle Bereiche (inkl. Freiwillige Mitarbeitende) hinweg über einen Zeitraum von 1-6 Tagen (2014-2015) statt.

Nach der Durchführung der Weiterbildungsmodule stellen wir in der Institution Johanniter eine deutliche Qualitätssteigerung im Bereich Palliative Care fest. Frau Claudia Gohrbandt hat mit der internen Schulung eine absolut professionelle Unterstützung geboten. Sie entwickelte gemeinsam mit den Teams ein einheitliches Sprachverständis für Palliative Care im ganzen Haus. Besser qualifiziertes Pflege- und Betreuungspersonal schafft ein professionelles Arbeitsumfeld. Die Attraktivität der Arbeitsplätze wird erhöht. Die Mund-zu-Mund-Propaganda trägt dazu bei, neues, gut ausgebildetes Pflegepersonal zu rekrutieren.
Fachwissen vermittelt Sicherheit und verbessert die verschiedenen Kompetenzen in Bezug auf Palliative Care. Die Diskussionen mit An- und Zugehörigen erfolgen strukturiert. Die Argumentationsgrundlage mit den Ärzten ist fachlich fundiert. Diverse Gesprächsgefässe wie zum Beispiel das Rundtischgespräch, die Fallbesprechung oder die Evaluation nach dem Austritt oder Todesfall finden regelmässig statt. Emotional belastende Situationen können mit diesem Angebot besser verstanden, getragen und eingeordnet werden. Entsprechende Assessementinstrumente und Rituale bieten Unterstützung für die zum Teil äusserst herausfordernden Aufgaben. Mit diesen Ressourcen bleibt das Personal gesund!

Hierzu einige Rückmeldungen von frisch ausgebildeten Pflegefachpersonen aus dem Johanniter:

– „Ich habe heute aufgrund der gezielten Weiterbildung und unserer neuen Standards die Gewissheit, dass ich es wirklich gut mache und das ist ein tolles Gefühl.“
-„Der fachliche Austausch mit der wirklich kompetenten Dozentin und den anderen Fachpersonen gab mir neue Denkanstösse und Ideen.“
-„Ich bin sicherer im Umgang mit Argumentationen und ich fühle mich in meinem Selbstbewusstsein gestärkt.“
-„Wir stehen alle für das Gleiche ein und ziehen am selben Strick.“
-„Ich bin überzeugt, unsere BewohnerInnen und die An-und Zugehörigen bekommen mit unserem neuen Wissen die optimale Pflege und Betreuung.“
Andere Berufsgruppen :
-„ Meine unterschwellige Angst zum Thema Lebensende wurde mir genommen. Ich weiss jetzt, dass für die alten Menschen in unserem Haus das Beste gemacht wird und es uns alle dazu braucht, nicht nur die Pflegenden.“
-„Mir wurde bewusst, wieviel Platz die Sterbephase bei einem Menschen noch einnimmt und was noch alles möglich ist, ihm das alles zu erleichtern, auch mit kleinen Dingen.“
-„ Wir sind näher zusammen gerückt durch die Interdisziplinarität. Dadurch habe ich ein anderes Verständnis für meine Arbeit bekommen in der Verwaltung. Ich sehe nicht nur das Dossier sondern den Menschen dahinter.“

Mit bestem Dank für die tolle Zusammenarbeit und Unterstützung
Urs Baudendistel, Leiter des Alters- und Pflegeheims Johanniter, zu Fragen der Organisations- und Kulturentwicklung sowie Ansprechpartner für Medien und für interessierte Privatpersonen, die einen Eintritt ins Johanniter in Erwägung ziehen.

u.baudendistel@aph-johanniter.ch, 061 385 88 87

Iris Bütler, Leiterin Pflege und Betreuung, zu Fragen zur fachlichen Umsetzung der Palliative Care, zum Zertifizierungsprozess und für interessiertes Pflegepersonal
i.buetler@aph-johanniter.ch, 061 385 88 86

Das Weiterbildungsangebot von Claudia Gohrbandt auf einen Blick

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