Die Spitalseelsorge stärker ins Behandlungsteam einbinden

Spitalseelsorger als Alleinverantwortliche fürs spirituelle Wohlbefinden der Patienten: Das war einmal. Inzwischen weitet sich der Aufgabenbereich auf alle Berufsleute im Gesundheitswesen aus. Das sagt Simon Peng-Keller (Foto) im Gespräch. Der Professor für Spiritual Care referiert am Samstag an einer Tagung zur «Vielfalt von Spiritual Care-Modellen im Gesundheitswesen».

Das ganze Interview hier:

https://www.kath.ch/newsd/die-seelsorge-ist-neu-verstaerkt-interprofessionell-eingebunden/

Setzt Spiritual Care eine spirituelle Praxis voraus?

Prof. Simon Peng-Keller

Ohne lebendige spirituelle Tradition ausserhalb des klinischen Bereichs würde sich Spiritual Care auf einem sehr dünnen Fundament bewegen. Spiritual Care ist allerdings nicht mit einer Anleitung zu einer spirituellen Praxis zu verwechsel, auch wenn sie gelegentlich auch das umfassen kann. Auf Seiten der „Caregiver“ geht es zunächst einmal einerseits um Grundhaltungen wie Mitgefühl und Respekt und andererseits um eine Wahrnehmungskompetenz: um einen Sinn für Sinnfragen. Diese Haltungen und Kompetenzen sind bei jedem Patienten angebracht, egal, wo er oder sie spirituell steht. Auf der Patientenseite finden wir ein breites Spektrum zwischen hochreligiösen Menschen, die etwa nach einer ganz bestimmten Form von Unterstützung wie z.B. einer Krankensalbung verlangen, bis hin zu spirituell eher indifferenten Menschen, die sich aber in der Situation ihrer schweren Krankheit mit Sinnfragen konfrontiert sehen.

Das ganze Interview mit Prof. Simon Peng – Keller, Uni Zürich, hier:

https://www.diakonie.ch/spiritual-care-der-sinn-fuer-sinnfragen/

Psychosoziale Beratung in der Palliative Care

Fallbeispiel: Frau M., 89-jährig, verheiratet, eine Tochter, ein Sohn, kath. Prägung, Austritt aus Kirche, war berufstätig, urteilsfähig, hat ein CA in der Leber, Metastasen in der Lunge und in der Wirbelsäule, vorgesehen ist eine Chemotherapie. Patientin konfrontiert behandelnden Arzt und Pflege mit explizitem Sterbewunsch. Ehemann ist mit der Situation überfordert und fühlt sich von seiner Frau nicht wahrgenommen. Sohn hat engen Kontakt zur Mutter und kann ihre Entscheidung gut verstehen.

Folgende Fragen stellen sich:

1. Was sind die Themen im Sterbeprozess der Patientin?
2. Haben die Angehörigen dieselben Themen oder gibt es Unterschiede?
3. Welche Risikofaktoren sind zu beachten?

Mehr dazu in einer aufschlussreichen Präsentation von Gerhard Gerster, Seelsorger, Felix Platter-Spital, Basel und Mobile Seelsorge:

http://www.klinischesozialarbeit.ch/fachtagung-klsa-2018/programm-2018/abstracts_14-juni-2018/GersterGerhard_WS3_14.06.18.pdf

 

Spirituelle Unterstützung bei der Schmerzbehandlung

Photo by Pixabay on Pexels.com

Die Berücksichtigung der spirituellen Dimension in der interprofessionellen Behandlung soll einen Beitrag zur besseren Versorgung chronisch Schmerzkranker leisten. Die Studie schafft dafür Grundlagen und Instrumente für die interprofessionelle Ausbildung und die klinische Praxis.

Mehr dazu im Forschungsprojekt NFP 74

http://www.nfp74.ch/de/projekte/sektor-uebergreifende-versorgung/projekt-peng-keller

Spiritualität und Onkologie

Die Kirche Muri bei Bern.

Spiritualität und Religiosität sind kontroverse Themen, die auch ausserhalb der Medizin viel Diskussionsstoff liefern. Die vorliegende Arbeit zeigt auf, dass Spiritualität in der Medizin einen berechtigten Platz haben darf, da sie für einige Patienten eine Ressource darstellt, schwierige Diagnosen zu meistern. Daher ist meiner Meinung nach die Forderung berechtigt, dass man im Rahmen einer ganzheitlichen Behandlung als Arzt/Ärztin auch spirituelle/religiöse Bedürfnisse der Patienten beachten sollte. Trotzdem finde ich, dass jeder Arzt/jede Ärztin selber entscheiden darf, wie weit er/sie selber auf solche Bedürfnisse einge- hen möchte. Es ist legitim (und ehrlicher), wenn man als Arzt/Ärztin die Patienten auf Seelsorger (o.ä.) verweist, wenn man sich der Thematik nicht gewachsen fühlt oder selber keinen Bezug dazu hat, solange man die Bedürfnisse des Patienten ernst nimmt.

Mehr dazu in dieser Abschlussarbeit:

http://www.rish.ch/application/files/9814/9638/5675/Abschlussarbeit_Wahlpraktikum_Spiritualitaet_und_Onkologie.pdf
Abschlussarbeit_Wahlpraktikum_Spiritualitaet_und_Onkologie.pdf

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