Was bedeutet „Palliative Sedation?“

Palliative Sedierung ist ein Begriff aus der Medizin, der noch uneinheitlich definiert ist und kontrovers diskutiert wird. Grundsätzlich handelt es sich um die Abgabe stark beruhigender (sedierender) Medikamente bei Sterbenden. Viele Mediziner lehnen den ebenfalls verwendeten Begriff „terminale“ Sedierung ab. Sedation ist heute ein selbstverständlicher Bestandteil der Palliative Care.

Es liegen keine gesicherten Beweise vor, dass eine Sedation lebensverkürzend oder lebensverlängernd wirkt. Oberstes Ziel einer palliativen Sedation ist, belastende Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot oder Angst zu lindern, wenn andere Massnahmen nicht ausreichend geholfen haben. Genau wie das Sterbefasten ist die Sedation eine vielerorts praktizierte Alternative zum assistierten Suizid (Exit).

Mehr dazu hier:

https://www.pallnetz.ch/sedierte-palliativpatienten-sterben-nicht-schneller-als-andere.htm

Beispiel einer Dokumentation der Palliativen Sedierung

Bei der palliativen Sedierung, oft auch als „terminale Sedierung“ bezeichnet, erhält der Patient in seiner letzten Lebensphase zur Linderung unerträglicher Leiden Medikamente, in erster Linie Benzodiazepine, die das Bewusstsein entweder dämpfen oder komplett ausschalten.

Vor allem kontinuierliche tiefe Sedierung, die bis zum Eintritt des Todes anhält, ist umstritten. Gegner argumentieren damit, dass diese Maßnahme nicht nur die Kommunikation mit Angehörigen, Pflegekräften und Ärzten unterbindet, sondern möglicherweise auch den Sterbeprozess beschleunigt.

Mustervorlage zur Dokumentation der Palliativen Sedierung (Richmond Agitation-Sedation Scale modified for palliative care inpatients (RASS-PAL)

Entscheidungsfindung_Palliative_Sedierung 

Das Dokument dient dazu, die Entscheidfindung nachvollziehbar zu dokumentieren.

Mehr dazu hier:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/article/901895/palliative-sedierung-kein-turbo-tod.html

Leitlinie zur Palliativen Sedierungstherapie

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Die mit medikamentösen Mitteln herbeigeführte Bewusstseinsdämpfung am Lebensende wird zunehmend angewandt und wird als ethisch akzeptable Alternative zu kontroversiell diskutierten Praktiken am Lebensende, wie Tötung auf Verlangen oder ärztlich assistiertem Suizid, betrachtet. „Ethisch akzeptabel“ für alle Betroffenen kann ein Verfahren sein, wenn es in einen normativen Rahmen gesetzt ist, der die betroffenen ethischen Prinzipien transparent macht und die strafrechtlich relevanten Normen und die Interessen aller Beteiligten respektiert.

Mehr zur österreichischen Leitlinie hier

https://www.hospiz.at/wordpress/wp-content/uploads/2017/09/Leitlinie_zur_Palliativen_Sedierung.pdf

Zum Buch:

 

Atemnot bei Behandlung mit Morphium?

Kann es bei Behandlung mit Opioiden (Morphin etc.) zu Atemnot kommen? Eine Beeinträchtigung der Atmung gehört zu den gefährlichsten Nebenwirkungen der Opioid-Behandlung. Bei ordnungsgemäßer Dosierung und guter Überwachung gerade zu Beginn der Behandlung kommt es dazu aber so gut wie nie.

Ein Alarmsignal für die Betroffenen ist, wenn sie auffällig schläfrig werden: Damit kündigt sich eine schwere Schmerzmittel-bedingte Atemnot oft an.

Mehr dazu hier. Autor: Dr. med. Jörg Zorn

https://www.navigator-medizin.de/schmerztherapie/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-schmerz/schmerzmedikamente-und-ihre-wirkung/opioide-morphin-fentanyl-tramadol-etc/447-kann-es-unter-der-behandlung-mit-opioiden-morphin-etc-zu-atemnot-kommen.html

Wann ist die Palliative Sedierung ethisch vertretbar?

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Die palliative Sedierungstherapie (PST) ist eine ethisch akzeptable Therapie am Lebensende unter der Voraussetzung ausreichender Expertise und sachgemäßer Anwendung. Die PST ist eine medizinische Behandlung und bedarf daher einer medizinischen Indikation und der Einwilligung des Betroffenen.

Mehr dazu hier:

https://www.medmedia.at/univ-innere-medizin/palliative-sedierung-die-neuen-oepg-empfehlungen/

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