In der Grauzone (Blog)

Meistens muss es ganz schnell gehen. Wenn die Eltern oder ein Familienmitglied plötzlich nicht mehr selbst für sich sorgen können, muss kurzfristig eine passende Pflege organisiert werden. Und wer in der Schweiz oder in Deutschland zum Pflegefall wird, möchte in den meisten Fällen möglichst nicht in ein Heim.

Mehr dazu hier:

Screenshot Wallboard by Brigitta / Unsplash:Christian Newmann

https://wallboardbybirgitta.blogspot.com/2018/11/in-der-grauzone.html

Was beim Hinübergehen hilfreich ist

„Die Brücke“ auf dem Friedhof Bümpliz bei Bern.

Folgende Zustände oder Befindlichkeiten sind in einer Sterbesituation hilfreich: Wenn Sterbende friedlich daliegen oder schlafen wird für die Angehörigen einsichtig, dass der geliebte Mensch irgendwie aufgehoben ist. Schweigen ist in diesem Moment die sinnvollste Art der Kommunikation. Angehörige schenken dem Sterbenden viel, wenn sie ihn entlassen und ihrerseits loslassen können. In diesem friedlichen Zustand ist es vor allem wichtig, den Angehörigen zu erklären, was geheimnisvoll Wunderbares sich jetzt ereignet.

Mehr dazu in dieser ausgezeichneten Präsentation von Sales Meier:

http://www.spitalseelsorgezh.ch/palliativseelsorge/spiritual-religious-care/referate-und-publikationen/referate-sales-meier/Vortrag%20von%20Sales%20Meier%20fuer%20Mediziner.pdf/view

Sieben wichtige ärztliche Aufgaben am Lebensende

Die Betreuung Schwerstkranker und Sterbender gehört seit jeher zu den wichtigsten, aber auch zu den schwierigsten Aufgaben des Arztes, insbesondere des Haus- und Allgemeinarztes. Die oft über viele Jahre gewachsene Beziehung zum Patienten und seiner Familie kann eine entscheidende Hilfe sein. Die Situation kann aber auch zur seelischen Belastung für den Arzt geraten, wenn die eigenen Ängste vor dem Tod nicht reflektiert werden. Ausgehend von den Erfahrungen in der palliativmedizinischen Praxis bei Erwachsenen und Kindern sowie wissenschaftlichen Daten sollen hier sieben wichtige Aufgaben beispielhaft skizziert werden, welche zu den Grundlagen für eine gelungene ärztliche Begleitung am Lebensende gehören.

Quelle: MMW Fortschritte der Medizin Heft 51-52, 2009, S. 33-35

http://www.medi-learn.de/humanmedizin/assistenzarzt/artikel/Sieben-wichtige-aerztliche-Aufgaben-am-Lebensende–Seite1.php

http://www.medi-learn.de/humanmedizin/assistenzarzt/artikel/Sieben-wichtige-aerztliche-Aufgaben-am-Lebensende–Seite2.php

http://www.medi-learn.de/humanmedizin/assistenzarzt/artikel/Sieben-wichtige-aerztliche-Aufgaben-am-Lebensende–Seite3.php

Warum scheitert eine professionelle Betreuung in der Palliativversorgung vielfach immer noch am heimärztlichen Dienst?

pflegevisiteDie „allgemeine Palliativversorgung“ der Langzeitpflege ist in einer komfortablen Situation. Sie kann frühzeitig und vorrausschauend darum bemüht sein, Reservemedikamente gegen belastenden Symptome verordnen zu lassen, die am Ende des Lebens immer auftreten.

Ziel der Palliativversorgung ist, an 24 Stunden pro Tag über 7 Tage die Woche belastende Symptome zu behandeln. Es sind die Symptome, die in jeder Lebensendbegleitung zu beobachten sind. Angst, Schmerz, Dyspnoe (Atemnot) und Death Rattle (Rasselatmung). Sie treten einmal mehr, einmal weniger auf.

Die Betreuungssituationen der Palliativversorgung sind „unaufgeregt“ und ruhig zu gestalten. Mit einer frühzeitigen Verordnung (Reservemedikation) gegen die erwähnten Symptome liesse sich ein Grundsatz der Palliativversorgung vollumfänglich erfüllen. Die Praxis zeichnet jedoch ein anderes Bild.

Sie sieht sich mit einem stark auseinanderklaffenden Verständnis von seiten des ärztlichen Dienstes konfrontiert. Es gibt Ärzte, die sich auf dem Gebiet der Palliativversorgung enorm einsetzen. Die interprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe bedeutet eine grosse Bereicherung für alle an der Betreuung Beteiligten. Zu beobachten ist leider auch das Gegenteil. Mit den weniger engagierten Ärzten im Bereich der Palliativversorgung –  warum auch immer – ist die Zusammenarbeit deutlich erschwert. Vorschläge der Pflegenden und einzuleitende Massnahmen zum Wohle der zu betreuenden Person und deren An- und Zugehörigen werden mit Unmut entgegen genommen. Das führt dazu, dass die frühzeitige Symptomlinderung in der Langzeitpflege aufgrund des heimärtzlichen Dienstes (Belegärzte) vielfach nicht oder nur zum Teil gewährleistet ist.

Pflegefachpersonen aller Ausbildungsstufen besuchen Basisschulungen der Palliativversorgung.  Deren Inhalte bestärken sie im Praxisalltag. Mit neu erlangtem  Wissen und entscheidenden Argumentationsgrundlagen leisten Pflegefachpersonen wichtige Überzeugungsarbeit gegenüber den Ärzten.

In unversitären Studiengängen der Medizin sind Pflichtmodule zum Thema Palliative Care lanciert. Nach dem Medizinstudium steht es den Ärzten frei, den Facharzttitel der Palliativversorgung zu erlangen. Das gibt Anlass zu Hoffnung, dass sich die Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Dienst in naher Zukunft verbessert.

Das interprofessionelle Team wünscht sich eine bestmögliche Begleitung unter Erhalt von Lebensqualität – bis zuletzt! Nur so gelingt eine für alle Beteiligten erfüllende Palliativversorgung in der Komfortzone der Langzeitpflege.

Claudia Gohrbandt, Dipl. Pflegefachfrau HF, Expertin Palliative Care MAS (FHO), Bern

Meine Aus- und Weiterbildungsangebote: Alle Kursinhalte auf einen Blick

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