Spirituelle Solidarität bis zum Schluss

Die evangelische Pfarrerin Ella de Groot.

Pfarrerin Ella de Groot (Gümligen) zum assistierten Suizid: „Als Pfarrerin setze ich mich dieser emotionalen Ambivalenz – das Leiden soll ein Ende haben, dem Leben hingegen darf kein Ende gesetzt werden – aus und versuche, das Gefühl der Ohnmacht zusammen mit den Betroffenen zu ertragen. Wenn der Entscheid gefallen ist, biete ich an, die sterbenswillige Person, die keinen anderen Weg sieht, auch beim Vollzug der Suizid-Handlung zu begleiten. Wichtig ist mir, vorher mit den Betroffenen über die Gestaltung des Moments des Abschieds zu reden und zu klären, wen ich in diesem Moment begleiten soll, die sterbende Person oder ihre Angehörigen.“

Den ganzen Artikel hier:

https://www.bluewin.ch/de/leben/lifestyle/kirche-und-assistierter-suizid-solidaritaet-bis-zum-ende-316762.html

Die Gewissheit, jederzeit sterben zu dürfen, gab ihr Kraft

Marieke Vervoort hat die letzten Momente in ihrem Leben so verbracht, wie sie es sich gewünscht hatte: mit einem Glas Sekt in der Hand, noch einmal anstoßen mit der Familie und Freunden – dann der endgültige Abschied. „Bis zu ihrer letzten Minute führte sie Regie über ihr Leben“, sagte ihr Arzt Wim Distelmans der Tageszeitung „De Standaard“. Und: „Die Gewissheit, jederzeit sterben zu dürfen, gab ihr Kraft.“

Mehr dazu hier:

https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/marieke-vervoort-paralympics-siegerin-aus-belgien-tod-durch-sterbehilfe-a-1292862.html

NZZ vom 30.12.2019, Seite 31

Suizidbeihilfe und ärztliches Ethos (Dissertation)

Die Vereinbarkeit von Suizidbeihilfe und ärztlichem Ethos stellt eine der dringlichsten Fragen der modernen Medizin dar. Die vorliegende Studie greift die aktuelle Diskussion dieser Frage mit Blick auf die schweizerische Situation auf. Aus der Einsicht, dass der gefühlte Verlust von persönlicher Autonomie den Suizidwunsch hervorruft, wirft die Studie die bioethische Folgefrage auf, ob alle Menschen Personen sind. Unter Bezug auf das Denken von Paul Ricœur erklärt die Studie, weshalb jeder Mensch, unabhängig von seinen realen Fähigkeiten, als autonome Person zu betrachten und als solche mit der Herausforderung konfrontiert ist, die eigene Einsamkeit zu überwinden. Die Suizidbeihilfe erweist sich jedoch gerade hier als problematisch, da sie die wechselseitige Anerkennung zerstört und die Einsamkeit des Einzelnen bestätigt. Die richtige, dem ärztlichen Ethos entsprechende Antwort auf die menschliche Not, die dem Suizidwunsch zugrunde liegt, ist hingegen die Palliative Care. Denn sie ermöglicht ein Sterben, das Selbstschätzung und Selbstachtung fördert und damit die Anerkennung des Menschen als autonome Person verwirklicht. Jeder Mensch sollte diese Anerkennung in seinem gesamten Leben erfahren. Sie zu realisieren, stellt eine gesellschaftliche Herausforderung dar, zu deren Bewältigung gerade auch der christliche Glaube beitragen kann, bildet er doch eine Ressource, Menschen zusammenzuführen und Anonymität zu überwinden.

Mehr zu dieser ethisch-theologischen Arbeit hier:

https://www.orellfuessli.ch/shop/home/suggestartikel/ID123126975.html?sq=Buchs,%20S:%20%C3%84rzteethos%20und%20Suizidbeihilfe&stype=productName

Leseprobe hier:

https://books.google.ch/books?id=WEFnDwAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

Nicht lebensmüde, aber lebenssatt

Das Ende war von langer Hand geplant. Schnell und schmerzlos sollte der Abschied sein, ein Ausgang in Würde. Die einsetzenden körperlichen Altersgebrechen machten ihm zu schaffen, Abhängigkeiten von Pflegenden waren ihm zuwider, die Kontrolle zu verlieren, ebenso. Das entsprach den vorangegangenen Lebensjahren.

Mehr dazu hier:

https://www.nzz.ch/nicht_lebensmuede_aber_lebenssatt-1.3368217

„Tod nach Plan?“ – Umgang mit assistiertem Suizid in Institutionen des Gesundheitswesens (Weiterbildung)

Suizidbeihilfe oder assistierter Suizid ist in der Schweiz nach Artikel 115 des Strafgesetzbuches zulässig, sofern die Handlung nicht auf selbstsüchtigen Beweggründen beruht. Während die rechtliche Seite klar formuliert ist, wird der assistierte Suizid gesellschaftlich und politisch kontrovers diskutiert. Auch Fachpersonen in Institutionen des Gesundheits- und Sozialwesens müssen sich dieser Debatte stellen. Viele werden verpflichtet, den assistierten Suizid in ihren Institutionen zuzulassen, teilweise gegen ihren Willen. Das löst Unsicherheiten und Fragen aus.

Eine kostenlose Weiterbildung in Thun im April 2020 bietet eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema und der damit verbundenen Vielschichtigkeit der Problemlagen. Bearbeitet werden Schwerpunkte, die eine persönliche, aber auch fachliche Weiterentwicklung in der Institution zum Thema ermöglichen. Die abwechslungsreiche Methodik unterstützt das Finden von Antworten für einen sichereren Umgang in der Praxis.

Kursdatum: Donnerstag, 02. April 2020 von 09.00 – 17.00 Uhr

Kursort:
Spital STS AG, Krankenhausstrasse 12, 3600 Thun

Die Kurskosten werden vom Verein Palliative Care Netzwerk Thun und von der HES-SO Valais-Wallis übernommen.

Anmeldeschluss: 03. Februar 2020

PDF hier: 20_04_02_Tod_nach_Plan

Anmeldung hier:

https://www.hevs.ch/de/hochschule/hochschule-fur-gesundheit/pflege/autres-formations/weiterbildung/kurzweiterbildungen/tagesveranstaltungen/tod-nach-plan-umgang-mit-assistiertem-suizid-in-institutionen-des-gesundheitswesens-21346

%d Bloggern gefällt das: