Ohne Ausländerinnen und Ausländer geht in der Pflege nichts mehr

Eine Auswertung des Schweizerischen Roten Kreuzes zeigt, dass die Schweiz zwischen 2009 und 2018 Abschlüsse von mehr als 21000 Ausländern in diesem Bereich anerkannt hat. Die «NZZ am Sonntag» hat diese Zahlen gestern publik gemacht.

Der Bund stellte schon 2016 in einem Bericht fest, dass die Schweiz nur knapp die Hälfte des geschätzten Bedarfs in Pflege und Be treuung ausbildet. Wie gravierend der Personalmangel ist, zeigt der ebenfalls 2016 veröffentlichte Versorgungsbericht der Gesundheitsdirektorenkonferenz: Er prognostiziert, dass der Bedarf an Pflegepersonal in den nächsten neun Jahren um gut 20 Prozent oder 40000 Personen steigen wird. Um den Mangel zu kompensieren, wird heute oft auf qualifizierte ausländische Gesundheitsfachkräfte zurückgegriffen. Da dieses Potenzial in Zukunft aber nicht ausreicht, um das fehlende inländische Personal zu ersetzen, ist es gemäss dem Versorgungsbericht unumgänglich, Massnahmen zur Förderung des eigenen beruflichen Nachwuchses zu intensivieren.

Trotzdem empfiehlt der Bundesrat die Pflegeinitiative zur Ablehnung. Sie will Bund und Kantone dazu verpflichten, «für eine ausreichende, allen zugängliche Pflege von hoher Qualität» zu sorgen und dazu genügend Personal auszubilden. Der Bundesrat stört sich insbesondere an der Forderung, dass Pflegefachkräfte ihre Leistungen direkt zulasten der Krankenpflegeversicherung abrechnen wollen. Die vorberatende Kommission des Nationalrats will mit einem indirekten Gegenvorschlag die Kompetenzen der Pflegenden stärken.

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