Trost der Sprache

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Über Trauer zu schreiben, ist, als greife man ständig daneben. Gerade dieses Verfehlen ist ihr Wesen: Wer trauert, kreist um das, was verloren ist.

Acht Jahre sind es nun, die mein Vater nicht mehr lebt. Eins. Zwei. Drei. Vier. Fünf. Sechs. Sieben. Acht. Wenn ich die Jahre aufzähle, reihe ich Zeiteinheiten aneinander, die sich durch nichts unterscheiden. Mit seinem Tod im Oktober 2010 gab es einen Bruch in meiner Zeitrechnung, es folgte das erste Jahr ohne ihn. Und all die Jahre, die danach kamen, waren nur eine Wiederholung dieses einen Jahres. Jetzt beginnt die achte.

Salome Müller: Love, Pa. Briefe an meinen Vater. Echtzeit, Basel 2018. 134 S., 19 Fr. Erscheint am 19. Oktober.Vernissage: 1. November,19.30 Uhr, Westflügel in Zürich.  

Ein Essay von Salome Müller im Bund:

https://www.derbund.ch/leben/gesellschaft/trost-der-sprache/story/19529006,,

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